Location-based Virtual Reality - Eine neue Dimension der Unterhaltung
Was es ist und wie es geht

Sebastian Demmerle I CEO NMY
Autor:
Sebastian Demmerle, CEO bei NMY

Was ist Location-based Entertainment?

Aufgepasst, Freunde von Abenteuer und Unterhaltung, hier kommt etwas richtig Gutes: Location Based Entertainment (ortsbezogene Unterhaltung, LBE) sind Erlebnisse, die ihr an einem bestimmten Ort statt zu Hause auf der Couch erleben könnt, etwa in einer Virtual-Reality-Spielhalle.

Den Begriff LBE gibt es schon seit Jahrzehnten. Er grenzt das "At-Home-Entertainment" ab, also Unterhaltung, die gut zu Hause funktioniert. Früher wurde LBE vorwiegend von der Freizeitparkindustrie geprägt, aber in den vergangenen Jahren gewinnt LBE im Zusammenhang mit Virtual Reality massiv an Bedeutung. LBE-VR schafft neue Welten – im wahrsten Sinne des Wortes.

Welche Möglichkeiten bietet Virtual Reality für Location-based Entertainment?

In einem LBE-VR-Erlebnis könnt ihr im Team vom Alltag abschalten und mit allen Sinnen in eine virtuelle Welt eintauchen, die mit dem realen Ort verknüpft ist. Diese Verknüpfung zwischen VR und echter Welt macht LBE-VR so besonders.

Da LBE-VR mehrere Realitätsebenen miteinander vermischt, wird es auch "Mapped Reality"- (virtuelle Welt auf den realen Raum abgebildet) oder "Mixed Reality"-Erlebnis (virtuelle Welt mit der realen vermischt) bezeichnet.

Bei NMY ist uns dieses Fachchinesisch egal. Was uns fasziniert: Ortsbezogene VR-Erlebnisse sind grenzenlos, die Immersion ist maximal. Macht euch bereit für unvergessliche, fantasievolle virtuelle Abenteuer, die die Grenzen zwischen Realität und Computerwelt verwischen.

Hier etwas Inspiration für eure zukünftige VR-Reisegruppe:

  • Ihr nehmt einen Holzstab in die Hand, der euch und euren Freunden in der virtuellen Welt als lodernde Digital-Fackel den Weg durch einen düsteren Dungeon erhellt. Dabei fühlt und riecht ihr das reale Holz und spürt die Wärme der Fackel. Jeder Schritt in der Realität ist gleichbedeutend mit einem Schritt in der virtuellen Welt.
  • Ihr hockt in einem Motion Simulator, der sich in VR in den Kommandositz der Apollo 13 verwandelt. Rumpelt kräftig beim Raketenstart, aber euer Team behält die Nerven – dann erkundet ihr gemeinsam die Mondoberfläche!
  • Bei einer Unternehmenstour betretet ihr auch den “Virtual Corporate Showroom” – mit der VR-Brille erlebt ihr die wichtigsten Produkte, Personen und Erfindungen einer Firma interaktiv und kompakt an einem Ort.
  • Oder eure Gruppe staunt im VR-Museum, wenn die Da-Vinci-Statue plötzlich zum Leben erwacht, sich von ihrem Sockel erhebt und euch alle persönlich begrüßt.
  • Womöglich erkundet eure virtuelle Reisegruppe ein Atrium eines historischen Kreuzfahrtschiffes, bereit für eine epische Reise über die Weltmeere zu einem ganz besonderen Ereignis (schaut mal hier).
Foto: The Void

Wann lohnt sich LBE-VR im Vergleich zu Home VR?

Museen, Unternehmen und andere Organisationen können Besucher und Besucherinnen mit LBE-VR besondere Erlebnisse und einzigartige Attraktionen bieten, die in Gruppen zu einem sozialen Ereignis werden, das in Erinnerung bleibt.

Gerade das soziale Erlebnis in der Gruppe zeichnet LBE-VR im Vergleich zu VR für zu Hause aus. Ortsbasierte VR-Angebote eignen sich für einzelne Events oder Ausstellungen in Museen ebenso wie für dauerhafte Attraktionen, etwa in virtuellen Corporate Showrooms.

Komplexität und Umfang von LBE-VR-Erfahrungen sind beliebig skalierbar:

  • Virtuelle Reise (Basis): Besucher und Besucherinnen ziehen sich eine VR-Brille auf und sehen synchron denselben Inhalt, etwa einen interaktiven Animationsfilm über die Geschichte einer Ausstellung oder eines Unternehmens.
  • Abenteuer-Trip (Advanced): Besucher begehen mit der VR-Brille gemeinsam denselben virtuellen Raum. In einem Museum können sie so etwa digitale Kunst ähnlich wie reale Kunst dreidimensional erleben. Dabei sehen sie einander als Avatare und können sich weiter unterhalten.
  • Immersive Odyssee (High-End): Wie Advanced, doch hier wird zusätzlich die reale Umgebung in die VR-Welt integriert. Eine virtuelle Wand befindet sich dann genau dort, wo eine reale Wand steht. Berührt man die virtuelle Wand, fühlt man die reale – Virtual Reality wird so haptisch und die Immersion nimmt stark zu. Das funktioniert auch für Tische, Stühle, Maschinen und alle möglichen weiteren Objekte und Geräte. Klingt magisch? Fühlt sich auch so an.

Natürlich kann eine VR-Erfahrung für LBE optimiert und in angepasster Form dennoch für zu Hause angeboten werden. Besucher vor Ort bekommen etwa das Komplettprogramm in der Gruppe und mit Haptik, während Heimbenutzer die Erfahrung ausschließlich virtuell durchlaufen. So erfüllt die VR-Erfahrung zwei Ziele: Sie bietet dem Publikum vor Ort maximale Immersion mit bleibenden Eindrücken und erreicht gleichzeitig viele weitere Menschen.

Foto: The Void

Wie funktioniert die Technik bei LBE-VR?

Die technischen Fortschritte der letzten Jahre haben die Einstiegshürde für LBE-VR enorm reduziert. Eine handelsübliche Standalone-Brille von HTC, Pico oder Meta genügt bereits für eine hochwertige VR-Erfahrung vor Ort. Über die in der Brille integrierten Kameras erstellt eine Software eine 3D-Karte des Raumes, in der sich die Brillen dann orientieren und gegenseitig verorten können. Mehrere Nutzerinnen sehen einander als Avatare.

Diese Geräte

  • haben sämtliche für den Betrieb nötige Hardware im Gehäuse verbaut,
  • sind kabellos,
  • bieten integriertes Raum– und Handtracking,
  • können sich einander im gleichen Raum verorten für Mehrnutzer-Erfahrungen
  • und beherrschen VR ebenso wie AR (via Kamera-Durchsicht).

Schon mit diesem vergleichsweise einfachen Einstiegs-Setup sind hochwertige LBE-VR-Erlebnisse möglich, die zusätzlich mit AR-Elementen angereichert werden können. Die Kamera-Durchsicht in die Realität sorgt zudem für mehr Sicherheit und Komfort.

Noch schönere Grafik, noch mehr Immersion, noch mehr gleichzeitige Nutzer: Für Highend-Liebhaber und -Liebhaberinnen gibt es bei LBE-VR technisch keine Grenzen.

Beispielsweise können die VR-Brillen per VR-Wifi-Streaming von einem externen, besonders leistungsfähigen Computer bespielt werden. VR-Streaming bietet dadurch eine geniale Grafik: Stellen Sie sich einfach vor, Sie zocken auf der Playstation 5 statt auf dem Smartphone.

Über Grafik und Sound hinaus kann die Immersion etwa durch Ganzkörpertracking noch weiter gesteigert werden. Hier wird der eigene Körper vollständig in die Virtual Reality übertragen – ein irres Erlebnis. Auch einzelne Objekte können in der Realität erfasst und in VR übertragen werden.

Noch mehr Immersion mit LBE-VR:

  • Wir können reale Objekte in der Umgebung tracken und in die VR-Welt integrieren. So wird etwa ein einfacher Holzstab zu einer Virtual-Reality-Fackel, die das virtuelle Verlies erleuchtet.
  • Mit zusätzlichen Geräten im Raum können wir Elemente wie Wind, Feuer oder Wasser simulieren.
  • Auch Gerüche sind möglich, was Fluch und Segen sein kann. 🙄😎

In Kombination sorgen all diese Faktoren dafür, dass reale und virtuelle Welt noch glaubhafter miteinander verschmelzen. Je mehr Elemente wir einsetzen, desto größer ist die Immersion.

Beispiele für Location-based Entertainment mit VR

The Void - Pionier der Highend-VR-Spielhallen

Die Gaming-Industrie nimmt mit tollen VR-Erfahrungen eine Vorreiterrolle bei LBE ein. Besonders spektakulär sind die VR-Welten der Spielhalle “The Void”, die virtuelle Welt und reales Spielfeld exakt überlagert und vermischt. Gemeinsam mit Disney schuf The Void einmalige VR-Erlebnisse im Marvel-Universum und gilt als Pionier der LBE-VR-Szene.

Hamburger Miniatur-Welt ganz groß dank VR

Ein besonders kreatives Highend-Beispiel für LBE-VR kommt aus dem Hamburger Modellbau-Museum: Besucher und Besucherinnen schrumpfen sich per VR-Brille auf Zwergen-Größe und betreten das berühmte Miniatur-Wunderland als Miniaturversion ihrer selbst - das heißt, sie erleben das Miniatur-Wunderland als normal großes Wunderland. Geniale Idee, oder? Das Wunderland setzt hierfür reichlich Highend-Hardware ein: unter anderem besonders hochauflösende VR-Brillen, Rucksack-PCs und Ganzkörpertracking.

Virtuelle Zeitreisen mit Timeride VR

Seit 2017 bietet das deutsche Start-up Timeride VR-Zeitreisen in historische Städte. In Köln etwa nehmen Touristen in einer alten Straßenbahn Platz, setzen sich die VR-Brille auf und reisen dann etwa zurück ins Jahr 1926: Damals zogen die britischen Besatzungstruppen ab und unter den Bürgern der Stadt machte sich Euphorie breit. Die Zeitreisenden erleben spontane Freudenfeiern und jahrelang untersagte Karnevalsumzüge. Vibrationen, Fahrtwind und selbst Gerüche machen die Zeitreise noch überzeugender. Ähnliche Installationen bietet Timeride in vielen weiteren deutschen Städten.

Eternal Notre-Dame: VR-Zeitreise ins alte Paris

In der VR-Erfahrung Eternal Notre-Dame reisen VR-Nutzer durch 850 Jahre (!) Geschichte der weltberühmten Kathedrale: von deren Errichtung im Mittelalter bis zur gegenwärtigen Restaurierung. Die VR-Erfahrung ist als Wanderausstellung für mehrere Personen konzipiert. Sie soll nach ihrem Start in Frankreich durch die ganze Welt reisen.

Virtual Reality Escape Rooms

Schon herkömmliche Escape Rooms sind das perfekte Abenteuer für Gruppen - gemeinsam müssen Freunde und Bekannte aus einem versperrten Raum entkommen, indem sie Rätsel lösen und den Schlüssel zur Freiheit finden.

In Virtual Reality werden Escape Rooms zu einem noch spannenderen Ausflug: Gruppen besuchen fantastische Orte, die in der Realität unerreichbar sind. Statt aus einem normalen Wohnzimmer zu entkommen, befreien sie sich etwa aus einer Raumkapsel auf dem Mars oder fliehen aus dem Kerker im Schloss Dracula. Dabei lösen sie spektakuläre Aufgaben, die in der Realität unmöglich oder zu gefährlich wären.

VR-Ausstellung im Museum

Ein weiteres Projekt aus dem Hause NMY: Besucher und Besucherinnen des Günter Grass-Hauses begehen die Schauplätze des Klassikers der Weltliteratur “Die Blechtrommel” virtuell. Dabei schlagen sie die berühmte rot-weiße Trommel, bringen eine Glühbirne durch hohe Schreie zum Zerbersten, lösen Brausepulver auf und pusten Kerzen auf dem Geburtstagskuchen aus. Diese multisensorischen Wahrnehmungen machen die Welt des Literaturmeisterwerks noch nahbarer. “Inside Blechtrommel” zieht speziell das junge Publikum an.

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Location-based VR für Unterhaltung, Bildung und mehr - Fazit

LBE-VR bietet Institutionen, Unternehmen und Organisationen einmalige und unvergessliche Erlebnisse. Menschen erleben LBE Virtual Reality dank der Verankerung am echten Ort so ähnlich wie die Realität. Da LBE-VR für mehrere Personen gleichzeitig funktioniert, wird sie zum sozialen Ereignis, das allen in Erinnerung bleibt.

LBE-VR lohnt sich für Institutionen, Unternehmen und Organisationen dann, wenn sie

  • Menschen vor Ort mit einmaligen Erlebnissen begeistern und zusammenbringen wollen,
  • besondere VR-Erlebnisse schaffen möchten, die Zuhause nicht möglich sind,
  • und hohe Intensität und Immersion wichtig sind, etwa, damit sich Nutzerinnen Informationen besser einprägen – oder einfach besonders viel Spaß haben.
Sebastian Demmerle
Sebastian Demmerle, CEO

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Exkurs: Ortsbezogene Augmented-Reality-Erlebnisse und AR-Stadttouren

Eine weitere Möglichkeit für ortsbezogene Erlebnisse sind Augmented-Reality-Touren mit dem Smartphone. Hier laufen Besucherinnen in einem festgelegten Gebiet eine Tour, die an ausgewählten Punkten digitale Erlebnisse bietet. Richtet man etwa das Smartphone auf ein historisches Haus, tritt eine frühere Bewohnerin heraus und erzählt vom Leben von damals.

Für die Stadt Pirna entwickelte NMY die digitale Multimedia-Stadttour “Canalettos Blick”, die Interessierte mit auf eine magische Zeitreise durch das historische Pirna nimmt. Stadtführer ist der berühmte Künstler Canaletto, der seinen 300. Geburtstag feiert. Er erzählt spannende Anekdoten zu Pirnas interessantesten Orten.

Dabei verbindet der Stadtführer Canaletto eine interaktive Stadtkarte, Bilder, Audio, Texte und modernste Augmented-Reality-Technologie zu einem außergewöhnlichen Multimedia-Erlebnis mit zahlreichen Erlebnisorten.

Der Höhepunkt: In der passenden Kulisse erweckt Canaletto seine historischen Gemälde zum Leben. Die vor Jahrhunderten gemalten Protagonisten treten plötzlich aus dem Bild heraus und berichten über ihren Alltag, so als würde man ihnen persönlich gegenüberstehen.

Erstellt wurde die Pirna-Tour mit unserer Whitelabel-Software für Smartphone-AR-Touren: Unseen.